Meine Bienen

Die „Carnica Biene“ oder die „Kärntner Biene“ (Apis mellifera carnica)

Die Carnica ist die nördlichste Vertreterin der Balkan-Rassengruppe. Sie ist von Natur aus in Deutschland nicht heimisch, sondern wird hier insbesondere seit dem zweiten Weltkrieg gehalten und züchterisch bearbeitet. In ihrer Heimat Österreich, ehem. Jugoslawien, Ungarn, Kroatien und Albanien ist die Carnica wegen der Einfuhr fremder Bienen in ihrem Bestand gefährdet. In Deutschland ist die Carnicabiene derzeit die am häufigsten gezüchtete und am stärksten verbreitete Biene. Sie hat einen maßgeblichen Anteil an der züchterisch nicht bearbeiteten Landbiene.

Da die Carnicabiene vom südöstlichen Alpenklima geprägt wurde, kommt sie mit heißen Sommern und kalten Wintern gut zurecht. Die Feuchtigkeit und Unbeständigkeit des Meeresklimas bereitet ihr dagegen Schwierigkeiten. Deswegen ist sie auch in England, Frankreich und Skandinavien kaum verbreitet. Die Carnicabiene ist sanftmütig, hat aber im Gegensatz zu einigen anderen Rassen einen erhöhten Schwarmtrieb.

Aus Veröffentlichungen des großen Carnica-Züchters Hans Peschetz geht jedoch hervor, dass es in Kärnten ein „Bienen-Misch-Masch“ gab und erst 1929 die Carnica (Stamm Glockner) vom Fuße des Großglockners in Kärnten gezüchtet und vermehrt wurde. Es gibt derzeit in Kärnten Bienen mit einem relativ hohen Carnica-Anteil, aber nur ca. 50 Carnica-Züchter.

Eigenschaften der Carnica

Charakterlich wurde die Carnica von ihrer kontinental geprägten Heimat des nördlichen Balkan und der südöstlichen Alpenregionen geformt. Sie überwintert in vergleichsweise schwachen Völkern, zeigt dann im Frühjahr eine zügige Entwicklung, die in einem starken Schwarmtrieb mündet. Im Sommer  stellt die Carnica während Trachtpausen das Brutgeschäft fast vollständig ein. In Verbindung mit dem starken Schwarmtrieb ist sie daher zumindest außerhalb ihrer Heimat nichts für den Berufsimker, der auf die ständige Einsatzbereitschaft seiner Bienen während des ganzen Jahres ohne ständige Schwarmverhinderungsmaßnahmen angewiesen ist. Im eher maritim beeinflussten Deutschland hat die Carnica Schwierigkeiten, sich an die mit vielen Wetterrückschlägen behafteten Frühjahre zu gewöhnen. Außer in Deutschland hat sie in kaum einem anderen mitteleuropäischen Land eine nennenswerte Verbreitung gefunden. Bei deutschen Imkern besonders beliebt ist das typische Vorspielhalten der Carnica, dass wie sonst bei keiner anderen europäischen Rasse vorkommt: gemeint ist damit das massenhafte „Sich-Einfliegen“ insbesondere der jüngeren Arbeiterinnen vor dem Flugloch. Im Vergleich zu benachbarten Völkern könnte hierdurch auf eine besonders starke Volksgröße geschlossen werden. Weitere typische Eigenschaften der Carnica sind ihre große Sanftmut, Wabenruhe, der auffallend schwach ausgeprägte Bautrieb, die gute Orientierungsleistung und ein schwacher Hang zur Räuberei.

Die Zuchtlinien

Die heute in Deutschland gehaltenen Zuchtlinien wie Troiseck, Peschetz, Sklenar oder Celler Linie werden anhand von Inselgelegstellen und der instrumentellen Besamung erhalten. Die Gefahr der Inzucht ist hier jedoch sehr groß, insbesondere auch deshalb, da die Zuchtlinien oftmals nur einem einzigen „Urvolk“ entstammen. Die genetische Variabilität ist daher sehr eingeengt, und gäbe es da die „unerkannten Blutauffrischungen“ aufgrund der „Lücken“ im Belegstellensystem oder die häufige Neueinfuhr aus den Ursprungsländern Österreich, Slowenien oder Ungarn nicht, wäre die Carnica in Deutschland sicherlich schon lange ein Opfer der strengen Inzucht geworden.

Das Aussehen

Äußerlich ist die Carnica eine mittelgroße, schlanke Biene mit auffällig breiten, grauen Filzbinden und oftmals orangefarbenen Ecken und Ringen auf dem Hinterleib. Diese Farbzeichen sind im Süden des Verbreitungsgebietes (Rumänien, Dalmatien) häufiger als im Norden (Alpen), doch sind sie auch hier zu finden. Seit langem waren „gelbe Ecken und Ringe“ den deutschen Carnica-Züchtern ein Dorn im Auge, und so wurden alle bunten Farbzeichnungen der Carnica als „Fremdrasseeinschlag“ verdammt und „weggezüchtet“. Dennoch: orangefarbene Zeichen gehören in das genetische Spektrum der Carnica und sollten als genetische Vielfalt betrachtet werden und nicht als „rasseuntypisch“.

Der Steckbrief der Carnica lautet:

  • große Schwarmneigung
  • schnelle Frühjahrsentwicklung
  • Brutpausen während Trachtlücken
  • große Sanftmut
  • schwacher Bautrieb

Die „Buckfast Biene“

Die Buckfastbiene verdankt ihre Entstehung und Entdeckung der verheerenden seuchenhaften Ausbreitung der Tracheenmilbe, die in den 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts die altenglische Biene völlig ausrottete, obwohl diese gute Landrasse dem englischen Lebensraum über Jahrtausende bestens angepasst war.  Die wenigen überlebenden Völker der Imkerei des Klosters Buckfast ( in der Gegend von Devon ) waren Völker mit Königinnen der lederbraunen Ligustica, auch ligurische Biene genannt, oder Völker mit Königinnen dieser Rasse, die noch mit Drohnen der altenglischen Biene gepaart waren.

Bruder Adam – als Zeuge dieser unerbittlichen Auslese der Natur – erkannte die Chance, die ihm die überlebenden Völker boten. Dabei hob sich ein überlebendes Volk durch eine besondere hohe Honigleistung hervor. Es war ein Volk mit einer ialienischen Königin, die von Drohnen der englischen Landrasse begattet worden war. Dieses Volk vereinigte hohe Leistungsfähigkeit und weitgehende Tracheenmilbenresistenz. Aus diesem Volk entstand die heute allgemein bekannte Buckfastbiene.

Wie bereits erwähnt, ist die Buckfastbiene aus einer Kreuzung der altenglischen Biene mit der italienischen Biene ( Ligustica ) entstanden. Die Buckfastköniginnen haben die Eigenschaft der beiden Ausgangsrassen erbtreu in sich summiert: Widerstandsfähigkeit gegen die Tracheenmilbe, Friedfertigkeit, Volksstärke und hohe Honigleistung.1930 wurden Kreuzungen mit Töchtern einer französichen Königin ( Apis melifica melifica ) aus dem Südwesten von Paris mit Buckfastdrohnen vorgenommen. Diese Kombination erwies sich später als absolut hervorragend. Diese Kreuzungsnachkommen wurden nach strenger Auslese 1940 in den Buckfaststamm übernommen.Vor der Übernahme dieser Anpaarung wurden und werden die verschiedenen Etappen einer Kombizucht durchgeführt.

Eigenschaften der Buckfastbiene

Die Buckfstbienen entwickeln sich zu sehr starken Völkern, in denen bis zum Herbst ein großes Brutnest unterhalten wird. Dabei besitzen diese Völker eine hochentwickelte Schwarmträgheit. Die Buckfastbienen sind sehr fleißig und haushälterisch mit ihren Vorräten. Sie sammeln kaum Kittharz, sind sehr sanftmütig, sitzen ruhig auf der Wabe und sind sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten. Buckfastvölker sitzen ruhig in der Wintertraube; sie verfliegen sich etwas stärker, deshalb ist für die Leistungskontrolle die Einzelaufstellung erforderlich.

Aufgrund der Volksstärke, des Fleißes und der Schwarmträgheit erzielen die Völker hohe Honigerträge.

Wie sieht die Buckfastbiene aus?

Bei der Zucht der Buckfastbiene fand und findet keine Auslese nach ihren äußeren Kriterien statt, da diese von keiner wirtschaftlichen Bedeutung sind, jedoch bei der Zuchtauswahl nach Leistung sich sehr negativ auswirken kann. Die Zuchtauswahl erfolgt ausschließlich unter dem gesichtspunkt der Leistung und des geringsten Arbeitsaufwandes bei der Betreuung. Darunter ist ein friedfertiges Verhalten bei extrem geringer Schwarmneigung ( bei normaler Betreuung ) zu verstehen.

Trotzdem zeigt das äußere Erscheinungsbild in einer größeren Variationsbreite ein typisches Merkmal: Die Bienen, Drohnen und Königinnen haben entweder lederbraune Ecken oder bis zu drei lederbraune Ringe – oder aber sie sind dunkel und haben teilweise graue Filzbinden. Flügelindex und andere Merkmalsbestimmungen des Exterrieurs ergeben kein arttypisches Bild.

In einem Buckfastvolk haben 15 bis 90% der Arbeiterinnen, Drohnen und Königinnen lederbraune Ecken oder ein bis drei lederbraune Ringe. Jedoch soll der Anteil der dunklen im Verhältnis zu den lederbraunen gezeichneten Bienen unter 50% tendieren.

Die Zuchtkriterien

Die Zuchtkriterien, nach denen die Buckfastbiene gezüchtet wird, unterscheiden sich grundlegend von denen der Carnicazucht, daraus folgend ist die Betriebsweise eine völlig andere. Dies heißt nicht, dass die Zucht und Haltung der Buckfastbiene aufwendiger und komplizierter ist.

Die Wirtschaftlichkeit der Bienenhaltung hatte für Bruder Adam höchste Priorität. Die große Leistung Bruder Adam`s bestand darin, dass er neben der Züchtung der Buckfastbiene eine Betriebsweise entwickelte, die er erlaubt, eine nach ökologischen Gesichtspunkten geführte Bienenhaltung zu betreiben. Die Ausführungen und Thesen, welche Professor Ludwig Armbruster 1919 in seiner „Bienenzüchtungskunde“ niederlegte, waren die wissenschaftliche Grundlage für die Erschaffung der heutigen Buckfastbiene. Armbruster kannte drei Zuchtziele: ein sportliches, ein wissenschaftliches und ein wirtschaftliches.

Armbruster`s Devise lautete: „Erzeugen, sichten, billige Dauerleistung!“

Bruder Adam verfolgte dies vorrangig.

Die Schaffung der Buckfastbiene, also einer damals völlig neuen Bienenrasse war ihm gelungen, weil er verschiedene Zuchtwege beschtritt, um schließlich die gewünschten Eigenschaften im Erbgut der Biene zu festigen.

Praktische Nutzung

Die praktische Anwendung der Zuchtmöglichkeiten: Bruder Adam teilte sie in drei Teile ein

  • Grundlagen der Leistung
  • Leistungseigenschaften von untergeordneter Bedeutung
  • Eigenschaften von betriebstechnischer Bedeutung

Mit einer der Buckfastbiene angepassten Betriebsweise werden die Erkenntnisse der Zucht umgesetzt.

Grundlagen der Leistung

  • Fruchtbarkeit
  • Sammeltrieb
  • Krankheitsfestigkeit
  • Schwarmträgheit

bestimmen die Größe der Beute, die Handhabung, die Völkerzahl, Nutzung der Trachtmöglichkeiten, die Aufstellung der Völker und eine gewisse Wirtschaftlichkeit.